Life

Barbara Guarischi

Movistars gefürchtete Sprinterin und Team-Kapitänin

Wir hatten die Gelegenheit, mit der starken italienischen Sprinterin und dem Team-Kapitänin von Movistar in ihrem Teamcamp im Januar auf Mallorca zu sprechen. Sie bringt ihre Erfahrung, Stärke und Leidenschaft ein, um ihr Team zum Sieg zu führen und für sich selbst ein paar Spitzenplätze auf dem Podium zu erobern. Wenn man spannende Rennen liebt, ist Guarischi eine Fahrerin, die man im Auge behalten sollte.

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Das ist ein neues Team in diesem Jahr. Was hat dich an Movistar gereizt?

Ich musste das Team wechseln und war auf der Suche, und das war ein Team, das mich wollte. Sie sagten: "Wir wollen dich für dies, das und das." Dass sie an mich herangetreten sind, war bereits ein Pluspunkt. Wir begannen zu reden, und wir kamen schnell zu einer Entscheidung.

Und warum wollten sie gerade dich?

Wir sprachen darüber, das Team zu vergrößern, dem Team die Chance zu geben, zu lernen, meine Erfahrung zu nutzen, zu lehren und zu erklären, so ähnlich wie eine Mutter. Und weil sie mir gesagt haben, dass sie an mich glauben. Sie waren davon überzeugt, dass ich zurückkommen und großartige Ergebnisse erzielen kann. 

Und die Ergebnisse sind in diesem Jahr bereits eingetroffen.

Ja!

Hauptfoto von Baixauli Studio

 

Du bist nicht nur ein Road Captain und Lehrerin, sondern auch eine sehr talentierte Sprinterin. Wie ändert sich deine Einstellung in einem Rennen, wenn du die geschützte Fahrerin bist?

Ich fühle mich als Entscheidungsträgerin und Führende in einem Rennen besser, als die Letzte zu sein, die noch im Rennen ist. Letztes Jahr bei Bastianelli war zum Beispiel großartig. Ich fühle mich in dieser Position wohler, aber ich denke, das tut jeder, denn man hat weniger Druck, und es ist einfach. Aber Verantwortung zu übernehmen ist Teil des Spiels, also kann es manchmal gut gehen und manchmal kann es auch schief gehen. Im Radsport geht es oft schief, aber das ist in Ordnung. Ich bin ein Mensch. Ich bin nicht so stark wie Marianne oder Marta oder Jolien oder andere Sprinter, die ich kenne. Aber das ist in Ordnung, ich habe mich noch nie zuvor so angestrengt, der Winter ist gut verlaufen. Das sind mehr oder weniger die letzten 20 Tage, bevor die eigentliche Saison beginnt.

Wir kennen dich von Canyon//SRAM, jetzt bist du wieder bei uns. Wie war es, die Veränderungen zu sehen, die eTap seit deinem letzten Rennen erfahren hat?

Ich kannte die alten Räder. Als ich das neue Fahrrad [mit eTap AXS] zum ersten Mal gesehen habe, sagte ich: „Wow, das ist beeindruckend.“ Es ist verrückt. Es gefällt mir wirklich sehr gut. Insgesamt, das Fahrrad, weil ich glaube, dass alles aus dem besten Material besteht, das man am Markt finden kann. Es war eine Überraschung, mit der Kette und den kleineren Blättern. Alle sagten „Ich weiß nicht“, aber nach zwei Wochen, denn natürlich muss man etwas ausprobieren und eine Routine bekommen, kann ich sagen, dass es mir sehr gefällt. Bei den Frauenrennen finde ich 48-35 Zähne vorne mit der 10-33 Zähne zählenden Kassette hinten ideal. Für mich ist es das beste Setup, das ich finden kann. 

Lourdes war unsicher, aber sie ist schon eine Weile auf Campagnolo. 

Alle dachten: „Es gibt weder 52er noch 53er Kettenblätter!“ Aber wenn man das 48er mit dem 10er Ritzel fährt, kommt man auf die identische Ablauflänge... Ich kann das bei den Männern verstehen. Es kann schwierig sein, wenn man vierzig Jahre lang auf Campagnolo war. Vielleicht müssen die sich ändern. Für die Frauen glaube ich, dass dieses Setup mit einem 48er perfekt ist, vielleicht nicht für TTT, aber für die Straße. Ich fahre mit dem 48er und sprinte mit ihm, und das reicht mir. Ich glaube nicht, dass jemand behaupten kann, er braucht mehr. Wenn jemand sagt: „Ich weiß nicht, ob das reicht“, dann sage ich: „Du benutzt doch sowieso nicht immer den höchsten Gang für den Sprint.“

Justin Williams sagte, er sprintet im 13er und ist der nationale US-Kriterien-Meister.

Das gilt auch für mich! Es ist wirklich sehr gut, was wir haben.

Hauptfoto von Baixauli Studio

 

Hast du das Gefühl, dass du weniger mit dem Umwerfer schaltest?

Auf jeden Fall. Wenn man sich ein Rennen anschaut, bin ich fast immer im großen Blatt. Das hängt natürlich auch vom Streckenverlauf ab.

Ist der Omloop Het Nieuwsblad dein erstes Saisonziel?

Ja. Sagen wir, mehr oder weniger, ich würde gerne an den Rennen in Drenthe, de Panne, Gent teilnehmen, diese Rennen liegen mir. 

Viele deiner Erfolge liegen im Norden Europas.

Ja, weil es mir dort sehr gut gefällt. Die Rennen sind hart, aber wenn man etwas mag, ist es leicht im Kopf. Alle gehen raus und sehen den grauen Himmel, vielleicht Regen und Kopfsteinpflaster. Für die ist das ein Sch…tag. Mir gefällt das aber. Auch wenn es schwer ist, und ich weiß, dass es sicher schwer sein wird, mag ich das.

Hauptfoto von Baixauli Studio

 

Was war dein größter oder wichtigster Sieg? Der Giro Etappensieg?

Ja, weil es in Italien war, das ist schön. Das Rennen, über das ich mich wirklich sehr gefreut habe, war RideLondon und am Tag danach der Sparkassengiro in Bochum.

Weil Sie von einem Rennen zum anderen geflogen sind!

Ganz genau! Und unser Flug hatte Verspätung, also kamen wir um 2 Uhr morgens im Hotel an. Es waren zwanzig Stunden und zwei Siege! Bei RideLondon fühlte ich mich gut, beim Sparkassengiro war ich wirklich schlecht, und das ganze Team war schlecht. Ich dachte, ich kann nicht gut mithalten, ich kann nicht mehr, und dann... plötzlich haben wir gewonnen.

Ist das nicht gerade das typische Sprinter-Feeling? 

Natürlich kann man den ganzen Tag lang leiden, aber wenn man auf die letzten 5 Kilometer kommt, ist alles wieder da und man zieht los. Wie ein Stier, wenn er rot sieht.

Hauptfoto von Velofocus

 

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Barbara rides the Canyon Aeroad CF SLX with SRAM RED eTap AXS HRD and her choice of Zipp wheels.